Feministinnen interessieren sich neu auch anders für Depression.

Des feministes s'intéressent à la dépression aussi d'une façon nouvelle.

Delle femministe s'interessano alla depressione in un modo nuovo.

Bereits junge Frauen leiden jährlich, und auch im Lebensverlauf etwa doppelt so häufig an Depressionen wie Männer:

Mehr Feministinnen und gerade auch junge Frauen denken mittler-weile, dass die Erkenntnisse klinischer und anderer Wissenschaft- lerInnen zu der - auch global belastendsten - Krankheitsgruppe "Depression" mehr sind, als ein vorgeblich nur hinderliches "medizinisches Modell", welches sie von der aktiven Veränderung der fortdauernden Gewalterfahrungen abhalten soll.

Gewalterfahrungen belasten die Stimmung schon stark genug und es braucht weder den Stachel noch die Ohnmacht der Depression, um sich dagegen zu wehren. Im Gegenteil: Depressionen werden zwar oft von Niederlagen und mangelnde soziale Geborgenheit (bei nur jedem 6. Opfer) ausgelöst und durch diese unterhalten, aber sie entfalten auch eine oft schreckliche Eigendynamik auf Grund anderer oder zusätzlicher Ursachen. So ist das für die seelische Gesundheit zentrale Immunsystem wegen der Reproduktions-fähigkeit bei Frauen teilweise anders. Dementsprechend gibt es auch ein "neues Marketing" in den USA von Frauen für Frauen. Umgekehrt entwickeln genetisch gefährdete Frauen weniger Depressionen, wenn sich gute Erfahrungen in besonderen Hirnentwicklungen umsetzten. Das grenzt für manche an "neoliberale Selbstoptimierung", während die SP-Frauen bspw. nur bei LGBT*QIA- bzw. geflüchteten Menschen Versorgungslücken erwähnen. Wir sind jedoch weit davon entfernt, depressive Reaktionen rechtzeitig von durchaus behandelbaren Depressionen abzugrenzen und uns eine wirksame frühe Behandlung derselben vor allem auch bei allen Mädchen zum Ziel zu setzen - obgleich wir das könnten. Hierzu gibt es noch viel zu diskutieren und zu klären.

Bereits 2001 wurde die International Association for Women's Mental Health gegründet, die frauenspezifische Fragen seelischer Gesundheit global wissenschaftlich angeht und praktisch voranbringt. Die seit 50 Jahren in den Gesellschafts-wissenschaften sehr tätigen kritischen KritikerInnen der Psychiatrie haben bspw. den Neurofeminismus begründet, der einem Neurosexismus in den neuroGenderings-Kongressen nachspürt. Alternativ zu dieser bisher wenig belegten alarmistischen Rhethorik gibt es durchaus auch progressive Ergebnisse der Neurosciences, die Hoffnung, dass sich das interdisziplinäre experimentelle Vorgehen als Leitschnur behaupten kann. Mit einer von einer Viertelmillion gelesenen Sammlung von 2014 gibt es hierzu ein produktives Beispiel.